Tamara Aepli

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Tamara Aepli
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Offscreen – Partizipative Fotografie

Der Begriff offscreen kommt aus der Audiovision und beschreibt Geräusche und Stimmen, deren Quelle auf dem Screen nicht sichtbar ist, aber in Zeit und Raum der Szene existieren. Mit offscreen möchten wir vorhandene, aber oft ignorierte Stimmen in unserer Gesellschaft in den Vordergrund rücken und anderen Geschichten und Perspektiven erzählen.

Wie können durch einen ethischen Designprozess visuelle Narrative diverse Realitäten besser widerspiegeln?

offscreen ist eine Initiative, die den interkulturellen Dialog fördert und die visuelle Kompetenz stärkt. Es verbindet Design, bildende Kunst und Fotografie mit sozialen Projekten.

offscreen wurde von 2018 bis 2021 als Kollektiv von mir und der Fotografin Susanne Keller organisiert. Unser Ziel war es, den interkulturellen Dialog zu fördern und die visuelle Kompetenz zu stärken. Auf diese Weise wollten wir eine Alternative zur medialen Darstellung marginalisierter sozialer Gruppen bieten.

Zwei Frauen fotografieren draussen

Hintergrund

Dieses Projekt thematisiert Bilder von sozialen Gruppen, die kaum Mitspracherecht bei ihrer eigenen Darstellung in der Öffentlichkeit haben. Ich untersuchte, wie in medialer Kommunikation – etwa in Journalismus, Spendenwerbung und Reiseberichten – diskriminierenden Narrative bestimmte Sichtweiten und Vorurteile festigen. Dazu zählen beispielsweise die Darstellung von Personen aus einem entfernten Kontext oder von marginalisierten Gruppen, wie Flüchtlinge. Diese Kritik führte zur Frage: Wie kann ein ethischer Designprozess diese unterschiedliche Realitäten besser sichtbar machen?

compilation of fundraising mail advertisements

Recherche

Die partizipative Fotografie hat sich als bewährte Methode für die Arbeit im NGO Bereich etabliert. Diese Methodik verspricht, dass Bilder nicht über die abgebildeten Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen entstehen und somit deren Perspektive bewusst einbeziehen. Der Prozess baut ungleiche Machtverhältnisse beim Erzählen von Geschichten ab und verhindert voreingenommene, diskriminierende Berichterstattung.

Im Rahmen meiner Recherche habe ich die Chancen und Tücken der partizipativen Fotografie im Kontext der humanitären Kommunikation untersucht. Die Ergebnisse der Literaturrecherche, der teilnehmenden Beobachtung von Fotoworkshops mit Flüchtlingen sowie der Interviews mit anderen Praktikern haben zu einer Lösung für meine eigene Praxis geführt.

Über offscreen

Offscreen zielt darauf ab, Kompetenzen für inklusives und ethisches visuelles Storytelling aufzubauen – in Zusammenarbeit mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.

Als zentrale Aktivität führt die Organisation partizipative Fotografie-Workshops für visuelles Storytelling durch. Die Partizipation ist ein zentraler Pfeiler bei der Gestaltung visueller Formate, und eine Community ethischer visueller Storyteller:innen erschaffen.

Die partizipativen Fotografie-Workshops folgen den Richtlinien von Photovoice, wie sie von der gleichnamigen NGO in London gelehrt werden. Das Angebot richtet sich an Organisationen, Unternehmen und Fundraising-Agenturen.

  • Förderung des interkulturellen Dialogs durch partizipative Fotografie.
  • Gegenseitigen Vorurteilen und Stereotypisierung durch Co-Kreation entgegenwirken.
  • Förderung des kreativen Ausdrucks und Unterstützung der Teilnehmenden dabei, über eigene Themen zu berichten. Auf diese Weise möchten wir eine Alternative zur medialen Darstellung marginalisierter gesellschaftlicher Gruppen bieten.
  • Offscreen ist das Projekt meiner MA Design Masterthesis, die ich im Jahr 2020 an der Hochschule der Künste Bern HKB verteidigte.

    Situation eines Photodialog Workshops
    Situation eines Photodialog Workshops
    Pflanzen von oben
    Mutter und Kind laufen parallel auf der Strasse
    Photografie in den Himmel an einem regnerischen Tag, zeigt das Ende eines Hochhauses und Vögel im Himmel
    Zwei Touristinnen am See die beide in entgegengesetzte Richung fotografieren
    Resultate eines Fotoworkshops auf einem Tischausgelegt. Eine Hand hält ein Bild

    Gemeinschaftszentrum Grünau

    Dieses Projekt wurde mit einer Gruppe von Migrantinnen durchgeführt, die im Zürcher Stadtteil Grünau leben. Der erste Teil des Workshops bestand aus einem Fotodialog, dessen Ziel es war, sich durch das Gespräch anhand von Bildern besser kennenzulernen. Im zweiten Teil ermutigten wir die Teilnehmerinnen, kreative Ideen auszuprobieren, indem wir ihnen an verschiedenen Fotostationen Tipps und Anregungen zum Fotografieren gaben.

    Die Ergebnisse des Workshops wurden im Rahmen eines Nachbarschaftsfests ausgestellt.

    Die Fotos, die von den Workshop-Teilnehmerinnen Adriana, Amina, Barbara, Golsah, Khadeeja, Mafuhja, Sadia und Zeynep aufgenommen wurden

    Ausstellung im Gemeinschaftszentrum